Prag - Der frühere tschechoslowakische Außenminister Jiří Dienstbier, eine der Schlüsselfiguren der Samtenen Revolution von 1989, soll inoffizieller Mitarbeiter des kommunistischen Militärgeheimdienstes gewesen sein. Das berichtete der Tschechische Rundfunk ČRo1-Radiožurnál (Prag) am Montag.
Danach habe die Behörde Dienstbier ab 1962 unter dem Decknamen Konferenciér geführt.
Die ČRo-Recherche stützt sich auf fragmentarische Aufzeichnungen und Evidenzlisten des Geheimdienstes, da die entsprechenden Personalakten bereits aus dem Bestand ausgesondert worden und damit nicht mehr verfügbar seien.
Ob es tatsächlich zu einer Zusammenarbeit zwischen Dienstbier, damals Auslandskorrespondent des tschechoslowakischen Rundfunks, und dem Militärgeheimdienst kam, lässt sich aus dem vorliegenden Material nicht belegen. Die ihm zugedachte Funktion sei die einer so genannten Deckadresse gewesen, deren Aufgabe aus dem Empfangen und Weiterleiten der Berichte von Spionen besteht.
In einer ersten Reaktion hat Jiří Dienstbier den Bericht dementiert. "Das ist für mich Blödsinn", sagte er dem Tschechischen Rundfunk. "Ich habe einen riesigen Vorteil, und zwar, dass ich von Kindheit an Spitzel aller Art nicht ausstehen konnte."
Wegen seines Engagements gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings verlor Jiří Dienstbier 1969 seine Anstellung als Rundfunkredakteur und war bis zur politischen Wende vorwiegend in Arbeiterberufen tätig. Er gehörte zu den ersten Unterzeichnern der Charta 77 und war zwischen 1979 und 1985 deren Sprecher. Heute ist Jiří Dienstbier unabhängiger Senator für die ČSSD. (gp)
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