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Tschechien OnlineTschechien Online | Rubrik: Kultur | 5.12.2010
Deutsch-tschechische Koproduktion zum Thema Krieg und Vertreibung

Prag - Regisseur Juraj Herz rührt an ein Tabu. Er selbst, Jahrgang 1934, hat als Jude unter dem nationalsozialistischen Regime gelitten und war unter anderem im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert.

Dennoch, oder gerade deswegen - weil man Böses nicht mit Bösem vergelten sollte, wie er in einem Interview mit der "Prager Zeitung" sagte - wagte er sich an das Thema der Vertreibung von Sudetendeutschen, ein sensibler Punkt in den Beziehungen der beiden Länder.

In seinem neuen Film "Habermann" (Habermannův mlýn) erzählt er die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte der Familie Habermann und zugleich die eines Dorfes im Sudetenland in den Jahren 1938-1945.

Der Unternehmersohn August Habermann lebt als angesehener Bürger in besagtem Dorf. Als er seine Frau Jana, eine "Halbjüdin" heiratet, scheint das Paar eine glückliche Zukunft zu erwarten - doch bald holt die politische Realität die Familie ein. Das Sudetenland wird "heim ins Reich" geholt und bald geht ein tiefer Riss durch die Gemeinde. Der eigentlich unpolitische August gerät zwischen die Fronten; für die einen ist er ein ideologisch nicht gefestigter Tschechenfreund, für die anderen verhasster Besatzer.

Schon zu Beginn des Jahres hat der Film zwei Auszeichnungen beim Bayerischen Filmpreis gewonnen: Juraj Herz wurde für die "beste Regie" geehrt, Mark Waschke wurde in seiner Rolle als August Habermann "bester Darsteller". Auch sonst ist der Film prominent besetzt, in weiteren Rollen sind unter anderem Hannah Herzsprung, Karel Roden und Ben Becker zu sehen.

In Prag feierte der Film bereits im Oktober Premiere, in Deutschland läuft er seit dem 25.11. in den Kinos. (kw)

Themen: Juraj Herz, Vertreibung, Kino

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